Heute habe ich für einen langjährigen Bekannten ein veterinärmedizinisches Nierendiätfutter analysiert, das seinem Hund nach einem längeren Weg durch verschiedene Untersuchungen und tierärztliche Empfehlungen verordnet wurde.
Und genau das ist mir wichtig:
Nicht alles, was ein Tierarzt empfiehlt, ist schlecht. Ganz im Gegenteil. Viele Diätfuttermittel haben einen medizinischen Hintergrund und können in bestimmten Situationen absolut sinnvoll sein.
Trotzdem lohnt sich oft ein genauer Blick auf die Zutatenliste, die Proteinquellen, die Kohlenhydratquellen, die Zusatzstoffe und den Verarbeitungsgrad. Denn „bedarfsdeckend“ und „optimal für diesen Hund“ sind nicht immer automatisch dasselbe.
Deshalb biete ich ab sofort eine kompakte Futteranalyse an.
🐾 Futteranalyse innerhalb von 12 Stunden
🐾 39 € (brutto = netto)
🐾 Analyse der Deklaration und Zusammensetzung
🐾 Einordnung der Protein- und Kohlenhydratquellen
🐾 Bewertung von Zusatzstoffen und Verarbeitungsgrad
🐾 Einschätzung, ob das Futter aktuell sinnvoll erscheint oder welche Alternativen infrage kommen könnten
Dafür benötige ich lediglich ein Foto der Deklaration oder einen Link zum Futter sowie ein paar Informationen:
✔ Warum bekommt der Hund dieses Futter?
✔ Gibt es Erkrankungen oder Auffälligkeiten?
✔ Was genau möchtest du über dieses Futter wissen?
Manchmal bestätigt die Analyse, dass man auf einem guten Weg ist. Manchmal ergeben sich neue Fragen oder alternative Möglichkeiten.
Beides ist wertvoll.
Denn Ernährung ist mehr als Fütterung. Ernährung ist Gesundheitsvorsorge.
Warum braucht ein Hund manchmal eine Nierendiät?
Viele Hundehalter denken bei einer Nierendiät zunächst an sehr alte Hunde. Tatsächlich begegnet mir das Thema aber auch bei jüngeren Hunden, bei Hunden aus dem Tierschutz, bei bestimmten Rassen und bei Hunden mit chronischen Erkrankungen wie beispielsweise Leishmaniose.
Die Nieren gehören zu den faszinierendsten Organen des Körpers. Sie filtern Tag für Tag enorme Mengen Blut, regulieren den Wasserhaushalt, den Elektrolythaushalt, den Säure-Basen-Haushalt und entsorgen Stoffwechselprodukte, die der Körper nicht mehr benötigt.
Jede einzelne Niere besteht aus Hunderttausenden kleiner Funktionseinheiten – den sogenannten Nephronen. Zu jedem Nephron gehört ein Nierenkörperchen mit einem feinen Kapillarknäuel, dem Glomerulus. Hier beginnt die Filtration. Wertvolle Stoffe werden anschließend zurückgewonnen, Abfallstoffe ausgeschieden.
Das System ist beeindruckend leistungsfähig. Gleichzeitig besitzt die Niere jedoch eine Besonderheit: Einmal zerstörtes Nierengewebe kann nur sehr begrenzt ersetzt werden.
Warum erkranken Nieren überhaupt?
Die Ursachen sind vielfältig.
Neben dem normalen Alterungsprozess spielen genetische Faktoren eine Rolle. Nicht jeder Hund startet mit den gleichen Voraussetzungen ins Leben. Selbst innerhalb eines Wurfes gibt es Unterschiede. Manche Tiere besitzen von Beginn an eine geringere funktionelle Reserve ihrer Nieren.
Hinzu kommen Einflüsse wie:
- genetische Prädispositionen einzelner Rassen
- chronische Entzündungen
- Infektionen
- Leishmaniose
- bestimmte Medikamente
- Bluthochdruck
- Vergiftungen
- wiederkehrende Dehydratation
- chronische Zahnentzündungen
- Autoimmunprozesse
- langjährige Stoffwechselbelastungen
Auch epigenetische Einflüsse werden zunehmend diskutiert. Die Gesundheit der Elterntiere, Stressbelastungen während der Trächtigkeit, frühe Mangelzustände oder chronische Belastungen können langfristige Auswirkungen auf verschiedene Organsysteme haben.
Warum ist Leishmaniose so gefürchtet?
Bei der Leishmaniose ist häufig nicht der Parasit selbst das größte Problem, sondern die Immunreaktion des Körpers.
Dabei können sich sogenannte Immunkomplexe in den feinen Nierenkörperchen ablagern. Die Folge sind Entzündungen der Glomeruli, Proteinverlust über den Urin und langfristig chronische Nierenschäden.
Tatsächlich zählt die Nierenerkrankung bei vielen Leishmaniosepatienten zu den wichtigsten Ursachen für schwere Krankheitsverläufe und Mortalität.
Und was hat Ernährung damit zu tun?
Hier wird es spannend.
Viele Hunde werden heute sehr eiweißreich gefüttert. Das gilt insbesondere für manche BARF-Konzepte oder sehr fleischlastige Fütterungsformen.
Ein gesunder Hund kann damit in der Regel gut umgehen.
Bei einem Hund mit bereits eingeschränkter Nierenfunktion sieht die Situation jedoch anders aus.
Beim Eiweißstoffwechsel entstehen stickstoffhaltige Abbauprodukte. Diese müssen über die Nieren ausgeschieden werden. Gleichzeitig enthalten viele tierische Rohstoffe größere Mengen Phosphor.
Und genau Phosphor gilt heute als einer der wichtigsten Faktoren bei der Progression chronischer Nierenerkrankungen.
Deshalb steht bei modernen Nierendiäten nicht primär eine extreme Eiweißreduktion im Vordergrund, sondern vor allem:
- eine kontrollierte Phosphorzufuhr
- hochwertige, gut verdauliche Proteinquellen
- ausreichende Energieversorgung
- Omega-3-Fettsäuren
- angepasste Mineralstoffversorgung
- gute Hydratation
Die Forschung zeigt inzwischen deutlich, dass eine Phosphorreduktion das Fortschreiten chronischer Nierenerkrankungen verlangsamen kann.
Warum Blutkontrollen so wichtig sind
Das Tückische an Nierenerkrankungen ist ihre Langsamkeit.
Die Niere besitzt enorme Reserven. Viele Hunde zeigen erst Symptome, wenn bereits ein erheblicher Teil der Nierenfunktion verloren gegangen ist.
Deshalb empfehle ich insbesondere bei mittelalten und älteren Hunden regelmäßige Kontrollen.
Dazu gehören:
- Blutbild
- Kreatinin
- SDMA
- Harnstoff
- Phosphor
- Elektrolyte
- Urinuntersuchung
- Protein-Kreatinin-Quotient im Urin
- Blutdruckkontrolle
Je früher Veränderungen erkannt werden, desto mehr Handlungsspielraum bleibt.
Mein Fazit
Nicht jeder Hund benötigt eine Nierendiät.
Nicht jedes BARF-Konzept ist automatisch problematisch.
Und nicht jedes veterinärmedizinische Nierenfutter ist automatisch die perfekte Lösung.
Entscheidend ist immer der individuelle Hund.
Eine gute Nierendiät verfolgt nicht das Ziel, den Hund möglichst proteinarm zu ernähren. Sie soll die Niere entlasten, den Phosphor kontrollieren, Muskelmasse erhalten, ausreichend Energie liefern und die Lebensqualität verbessern.
Deshalb lohnt es sich, genau hinzuschauen.
Auf die Blutwerte.
Auf die Urinwerte.
Auf die Vorgeschichte.
Auf die Genetik.
Und natürlich auf die Zusammensetzung des Futters.
Denn Ernährung ist niemals nur Fütterung.
Ernährung ist Biochemie, Prävention und Lebensqualität – jeden einzelnen Tag.
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